Titel: ´Drachenehr- Die Ruine der Drachen
Autorin: Olivia Mae
Verlag:  / September 2019
eBook: 2,99
Seiten:
409

 

„Aber unsere Geschichte ist kein Märchen, kein Buch, das man liest. Hier in diesem Leben gibt es keine heroischen Worte.“ S. 278

Inhalt
Ein Drache, dessen Herz vor Jahrhunderten zu Stein wurde;
ein Lehrling, dessen letzte Prüfung ansteht –
verbunden durch ein Buch, das den Fluss der Geschichte ändert.

Zum Inhalt des Buches

„Wir wollen heute unserer Herrscherin gedenken. Sie voll-brachte Unglaubliches und opferte für uns, ihre Kinder, ihr Leben. Sie, die strahlende Königin jener dunklen Stunde, die furchtlos einem Feind gegenüberstand, welcher ein Heer aus Toten sein Eigen nannte! Sie, unsere Heldin. Wir wollen ihr Dank und Demut schenken, Vertrauen und Glaube. Wir, ihre Kinder, wollen ewig dem Pfad des Lichtes folgen und uns durch nichts davon abbringen lassen.“

So sei es!
Hironimus Thesarion Bosch schloss die Augen und nickte bedächtig. Jedes Jahr zur selben Zeit gab es diesen Ehrentag. Jahrhunderte schon wurde er durchgeführt und erinnerte das Volk der Awynianer daran, dass einst ein mächtiger Krieg ge-tobt hatte. Ein Krieg, wie es ihn zuvor und auch danach nie gegeben hatte. Ein Krieg, der alles änderte, und dessen wahre Geschichte doch in Vergessenheit geriet.

Hoch oben ich der Ehr, ist Hironimus Tätigkeit nur von min-derer Bedeutung. Er schreibt alte, verbrannte und dem Tod geweihte Bücher neu. Meist sind es Aufträge, die er von seinem Meister Weian übernimmt. Aufträge, die er als Lehrling zu tätigen hat. Doch dann, vollkommen überraschend, wird ihm endlich sein erstes eigenes Werk anvertraut. Dieses Buch, seine Prüfung, scheint auf den ersten Blick sonderbar und schlecht geschrieben, doch als Hironimus tiefer in das Geschehen ein-taucht, begreift er, dass längst vergessenes Wissen in seinen Händen ruht.
Gefährliches Wissen.
Tödliches Wissen.(Quelle: Klappentext)

„Das Wort ist das Wort. Jeder Awynianer schwor feierlich bei seiner Zeremonie zum Meister, dass er die Geschichte nie schön-schreiben würde. Bei meiner Ehr! So schwöre ich, dass die Reinheit des Wortes unantastbar in alle Zeiten der Zukunft vorzudringen vermag.“ S. 17

Meine Meinung:

Als Olivia mich gefragt hat, ob ich ihr neues Werk lesen möchte, habe ich mich sehr gefreut. Olivia konnte mich nämlich mit  Reqia (Band 1) total für sich gewinnen. Drachenehr spielt zwar in der selben Welt (und vor Requia), kann allerdings unabhängig von der Reihe gelesen werden.

Ich muss euch ganz ehrlich sagen: Ich hätte mit vielem gerechnet. Aber damit ? Nein, einfach nur nein 😀 Olivia schafft es nach einem ruhigen Einstieg so eine unglaublich detailreiche, bildhafte Geschichte hervorzuholen. Ich bin immer noch ganz hin und weg und damit nicht genug. Am Ende ist einfach nichts wie es scheint 😀 Ich bin ja immer noch ein bisschen sprachlos 😀 Die Charaktere sind mir zum Teil sehr ans Herz gewachsen. Und ich habe ja die kleine Hoffnung, dass wir irgendwann eine weitere Geschichte lesen können. Stoff könnte es ja geben? Bitte?

Drachenehr ist ein Buch, das trotz seines großen Inhalts an einem Stück gelesen werden möchte. Mir fiel es zumindest sehr schwer es beiseite zu legen.

Kann man seinem Schicksal entfliehen? Oder es vielleicht sogar hinters Licht führen? Ist man gezwungen es anzunehmen? Oder kann man es beeinflussen? Ist es ausschlaggebend, wie man sich ihm entgegenstellt?

Cover:

Das Cover finde ich gelungen.

Charaktere

Die Charaktere sind  authentisch und facettenreich.

Hironimus Thesarion Bosch

„[:::]weil mein Kopf keine Ruhe gibt, bis er nicht weiß, was all die anderen Menschen über mich denken. Weil ich diese unbegründete Angst habe, dass alle Anwesenden insgeheim über mich reden, sich die Mäuler zerreißen und alles, was ich mache, genauestens unter die Lupe nehmen. “ Position 390

Hironimus ist überzeugter Awynianer. Seine Mutter gab ihn im Alter von sieben Jahren in die Obhut der Meister des Wortes. Sein Meister (Meister Weian) sah damals ein Feuer in ihm lodern. Er ist ein Lehrling, der nur winzigste Arbeiten vollführt und sich oft in Träumereien verliert, möchte aber irgendwann selbst ein Meister werden. Bei den Ordensbrüdern hat er lesen, schreiben und rechnen gelernt. Er fühlt sich mit ihnen verbunden, möchte jedoch auch seine Mutter wiedersehen. Zehn Jahre ist der Abschied von dieser schon her. Er ist mager und hat einen kleinen Flaum.  Seine Aufgabe ist es das Werk „Drachenehr“ in formvollendeter Schrift zurückzubringen.

Handlung

Richtig gut gelungen finde ich auch, wie die Arbeit von Hironimus und der Inhalt des Buches kombiniert werden. So wandelt man auf beiden Ebenen und schaut nicht schlecht, wie sich am Ende dann alles zu einer zusammenfügt.

In der Geschichte lernen wir Aewyn, Deniz, Prinz Elan, ein paar Drachen und Nebencharaktere, sowie die Untoten und noch weitere Figuren kennen.

Der Schreibstil

Der Schreibstil der Autorin ist genial. Sie schreibt so vereinnahmend, so bildhaft, so detailreich. Ich finde die Charaktere und Emotionen immer sehr greifbar.

Fazit

Dieses Buch ist keineswegs etwas für Zwischendurch. Es ist ein Buch, das einen vereinnahmt und zwischen den Zeilen gefangen hält. Oliva überzeugt wie immer durch Vielfalt, Bildhaftigkeit und Detailreichtum, sowie überraschenden Wendungen. Ich kann euch Drachenehr wärmstens empfehlen. Nicht nur, weil es dort  Drachen gibt 😀

Ich danke der Autorin für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. Dies hat meine Meinung in keiner Weise beeinflusst.

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