Titel: Des Teufels Kopfgeldjäger
Autorin: Sandra Binder
Verlag: Zeilengold Verlag –  August 2018
Buch: 14,90€
ebook – 1,99 €
Seiten: 400
Genre: Fantasy

“Ich fass es immer noch nicht, dass du mir eine SMS geschrieben hast. Ein Pergament, mit einem Nagel an meine Tür gehämmert – ja; eine Brieftaube, die durch mein Fenster fliegt – wieso nicht; ein Blitz, der die Worte vor mir in den Boden einbrennt – wenn es ein wenig effektvoller sein soll, auch das. Aber eine ordinäre, halbmoderne SMS…“Sie schüttelt übertrieben dramatisch den Kopf. „Also das enttäuscht mich wirklich“ Position 1648

 

Inhalt

Mein Name ist Antonia Stark, ich bin Kopfgeldjägerin des Teufels und ich weiß nicht, ob ich diesen Job überlebe.

Ein paar Vertragsbrüchige in die Hölle überführen hier, ein paar Nephilim auslöschen da. Mein Job könnte so einfach sein, aber nein, neuerdings hat einer dieser verdammten Engel nichts Besseres zu tun, als sich in meinen aktuellen Auftrag einzumischen. Die ganze Zeit redet er davon, dass ich auf dem falschen Weg bin, während mein Chef mich ganz oben auf die Abschussliste gesetzt hat. Höchste Zeit also, meinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen, ein paar Leute umzulegen und mich dabei nicht aus Versehen in einen meiner Gegenspieler zu verlieben. Na, wenn es weiter nichts ist …
Ich bin schließlich Antonia Stark, Kopfgeldjägerin des Teufels, und ihr werdet alle brennen! (Quelle: Klappentext)

Meine Meinung
Ich bin eigentlich total zufällig auf dieses Buch gestoßen, habe mich dann direkt in das Cover verliebt, war total angetan von dem Klappentext und wurde nicht enttäuscht ! Ich hoffe sehr auf einen zweiten Teil, denn das, was Sandra hier geschaffen hat ist einfach toll. Ich hatte echt Spaß beim Lesen dieser Geschichte und kann dieses Buch jedem ans Herz legen der auf Sarkasmus und schwarzen Humor steht.

Cover:
Das Cover ist ein absolutes Highlight. Ob es dazu wohl Poster gibt? Wenn ja bräuchte ich dringend eins 😀

Charaktere

Die Charaktere sind facettenreich und vielschichtig.

Antonia Stark – Jäger 7-8-5

Antonia – kurz Toni hat feuerrotes, lockiges Haar und smaragdgrüne Augen. Sie ist eine Kopfgeldjägerin des Teufels und zuständig dafür Vertragsbrüchige aufzuspüren und sie in die Hölle zu verbannen, wo sie  – sofern Luzifer gut gelaunt ist – noch einmal mit ihm „verhandeln“ können. Diesen Job macht sie schon seit 10 Jahren. Ihr Vorgesetzter heißt D’iali. Seit ihrem Vertragsabschluss altert sie nicht mehr und bleibt 21. Bei der Jagd trägt sie kurze fingerlose Lederhandschuhe und hat ein Dämonenschwert bei sich. Sie hat eine Vorliebe für große Auftritte und für jede ihrer Zielpersonen ein persönliches Abschiedsgeschenk – den passenden Song für das Finale. Antonia hasst es unterschätzt zu werden. Dies passiert ihr in einem Männerberuf allerdings permanent.  Mit ihrem besten Freund Lestat (einem Vampir), lebt sie in einer der begehrten Neubauwohnungen im angesagten Stadtteil „Parkblick“ und lässt ihn dort sogar mietfrei wohnen. Sie möchte keine Fehler machen und hat nicht viel übrig für die Liebe. Allein die Vorstellung daran sich fest an jemanden zu binden bereitet ihr Magenschmerzen. Seit der Scheidung ihrer Eltern vor 10 Jahren hat sie nicht mehr mit diesen gesprochen. Toni ist ein sehr mutiger, willenstarker und leidenschaftlicher Mensch, der seine Verletzlichkeit gut zu verstecken weiß. In allgemeinen sozialen Situationen ist sie schnell überfordert.

Alek

Alek ist ein Engel, der seinen Namen von einem gefallenen Engel bekommen hat. Er ist zuständig für den Schutz der menschlichen Bevölkerung Flammachs und soll ihr auch beistehen. Alek hat volles goldbraunes Haar, makellose Haut und klare tiefblaue Augen. Seine Stimme ist honigweich. Er ist groß und muskulös und riecht nach einem Hauch von Jasmin und Zimt, eingehüllt in etwas Fremdartiges, das an Licht und Wärme erinnert. Alek ist ein Charakter, der sehr wohl dazu bereit ist Dinge zu hinterfragen und sein eigenes Handeln zu reflektieren.

Lestat

Lestat hieß nicht immer Lestat. Er ist schwul, schaut gerne Seifenopern und hat einen schrillen Kleidungsstil. Er ist hübsch, hochgewachsen und wirkt immer total elegant. Allerdings ist er auch tollpatschig. Er hat einen der ewig bindenden Verträge unterzeichnet und wurde so zu einem Vampir. Wenn es um Autos geht ist er ein ganzer Mann und könnte  stundenlang über die Originalkotflügel eines Oldtimers philosophieren. Lestat sieht sich eher als Liebhaber und weniger als Kämpfer. Er hat schon immer einen großen Bogen um jede Art von Ärger gemacht. Außerdem hat er eine kleine Schwester namens Melanie. Zwar würde Blut ihm als Nahrungsquelle ausreichen, jedoch lassen sich alte Gewohnheiten schlecht ablegen, so dass er weiterhin auch „normale“ Nahrung zu sich nimmt. Lestat war mir von Anfang an sympathisch. Er trägt sein Herz am rechen Fleck.

Die Handlung

Die Handlung beinhaltet auf jeden Fall ein paar überraschende Aspekte, die ich so nicht kommen sehen habe. Insgesamt finde ich es wirklich gelungen, wie die Autorin die drei verschiedenen Welten herausgearbeitet hat. Die Oberwelt, die Unterwelt, und das Mittelding, in dem Gut und Böse aufeinander treffen. Manchmal ist die Welt allerdings nicht nur schwarz und weiß 😀 Außerdem gibt es neben Engeln und Dämonen, auch Vampire, Werwölfe und Nephilim (Kinder von Menschen und Engeln).

Nun aber zur Höllenverwaltung, denn die find ich wirklich interessant. Die ist nämlich super durchstrukturiert, pingelig und schlimmer als die öffentlichen Behörden, die wir so kennen.  Sie bietet so manch interessante Tätigkeit – von Einzelverträgen über kleinere und größere Schandtaten bis hin zu den sogenannten Big-Deals und den dauerhaften Verträgen auf Provisionsbasis. Toni hat einen dieser dauerhaften Verträge unterzeichnet und wurde so zur Kopfgeldjägerin. Kopfgeldjäger sind Einzelkämpfer. Sie zeigen niemals Angst und sollten niemals jemanden zu nah an sich heranlassen, denn das macht sie angreifbar. Es gibt drei Grundregeln für Menschen, die in diesem Bereich tätig sind: 1. Stelle keine Fragen; 2. Führe deinen Auftrag aus; 3. Halte dich von Engeln fern. Außerdem haben alle Kopfgeldjäger ein Dämonenschwert mit dem es sich wie bei Thors Hammer verhält. Nur der Jäger kann sein eigenes Schwert führen. Die Unterweltler nennen die Kopfgeldjäger „Teufelsmätressen“.

Auch die Engel haben eigene Schwerter (Engelschwerter). Das Schwert der eigenen Seite ins Herz gestoßen zu bekommen bewirkt so etwas wie eine Verbannung.  Man wacht dann in der Ober-/Unterwelt auf  (je nachdem welcher man zugehörig ist). Das Schwert eines Feindes im Herzen vernichtet die Seele der Person allerdings vollkommen. Sie existiert dann einfach nicht mehr.

Die Unterwelt besteht übrigens zu einem Großenteil aus Eis.

Der Schreibstil

Sandras Schreibstil trieft förmlich vor Sarkasmus. Ich hab mich sehr gut unterhalten gefühlt. Außerdem schreibt sie sehr detailreich und bildhaft. Vor meinem inneren Auge konnte ich mir die ganze Zeit über alles gut vorstellen.

Fazit

Ein Buch, das hält was es verspricht. Action, Sarkasmus, Dämonen, Engel, Vertrauen und Verrat.  Sandra, ich hoffe du schreibst einen zweiten Teil 🙂

Bewertung

Ein Lesevergnügen   <3

 

 

 

Das Bild für die Bewertung habe ich aus folgenden Bildern zusammengestellt:

erste FeeSchmetterli

 

Ich danke dem Zeilengold Verlag für dieses Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde hierdurch nicht beeinflusst und spiegelt meine Erlebnisse und Erfahrungen während des Lesens wieder.

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